Persönliche Stellungnahme zur aktuellen Berichterstattung bezüglich der Evoparts GmbH
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Tirschenreuth, liebe Freien Wähler,
bezugnehmend auf den Bericht im „Neuen Tag“ vom 14. März 2026 ist es mir ein wichtiges Anliegen, mich direkt an Sie zu wenden. Transparenz und Aufrichtigkeit sind die Grundpfeiler meiner Persönlichkeit und meiner politischen Arbeit – das gilt erst recht, wenn es um private berufliche Herausforderungen und die damit verbundene Berichterstattung geht.
Hintergründe und Fakten zur Insolvenz der Evoparts GmbH
Die Evoparts GmbH war ein kleines Unternehmen ohne angestellte Mitarbeiter. Die wirtschaftliche Schieflage resultierte primär aus massiven, unvorhersehbaren Zahlungsausfällen eines Großkunden in der schwierigen Post-Corona-Zeit. Mir war es ein persönliches und moralisches Anliegen, jeglichen Schaden von weiteren Unternehmen oder Privatpersonen abzuwenden. Konsequent habe ich daher die operative Geschäftstätigkeit eingestellt, sobald sich finanzielle Engpässe abzeichneten.
Zu den zeitlichen Abläufen der Insolvenz möchte ich die Fakten präzisieren:
Im Oktober 2025 wurde seitens des Finanzamtes ein Fremdantrag auf Insolvenz gestellt.
Im Dezember 2025 habe ich diesen Prozess durch einen Eigenantrag ergänzt und damit meine volle Kooperationsbereitschaft zur geordneten Abwicklung des Unternehmens unterstrichen.
Transparenz zum zeitlichen Ablauf und rechtliche Einordnung
Es ist ein bemerkenswerter Umstand, dass diese Informationen nun exakt am Tag nach der Kommunalwahl – mitten im Zeitraum vor der entscheidenden Stichwahl – an die Öffentlichkeit gelangen. Ich betone ausdrücklich: Von meiner Seite gab es keinerlei Bestreben, dieses Thema taktisch zu verschieben. Sollte dieser Eindruck entstanden sein, tut es mir leid! Die Anmeldung der entsprechenden Sachverhalte erfolgte bereits im Herbst 2025. Auf die behördlichen Bearbeitungszeiten und den Veröffentlichungszeitpunkt habe ich keinen Einfluss.
Bezüglich der im Raum stehenden Prüfung einer Insolvenzverschleppung halte ich fest:
1. Es ist ein rechtsstaatlich üblicher Vorgang, dass die Justiz bei Firmeninsolvenzen mögliche Versäumnisse prüft. Die Anklage ist vom Amtsgericht Regensburg jedoch noch nicht zugelassen. Bis zu einer rechtskräftigen Klärung gilt uneingeschränkt die Unschuldsvermutung.
2. Ich möchte in diesem Zusammenhang ausdrücklich betonen: Es bestehen keinerlei rechtliche Einschränkungen hinsichtlich meiner Wählbarkeit zum Landrat. Der laufende Klärungsprozess hat keinen Einfluss auf meine Kandidatur oder die Rechtmäßigkeit meiner Wahl.
Bekenntnis zu Rechtsstaat und Verantwortung
Mein tiefer Glaube an unseren Rechtsstaat und die damit verbundene freiheitlich-demokratische Grundordnung ist das Fundament meines Handelns. Ich erachte eine unabhängige Justiz als das höchste Gut unserer Gesellschaft. Daher ist es für mich als Bürger dieses Landkreises selbstverständlich, die volle Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen und etwaige Konsequenzen, die sich aus dem Verfahren ergeben könnten, zu tragen. Die lückenlose Aufarbeitung ist für mich nicht nur eine rechtliche Pflicht, sondern ein Gebot meiner persönlichen Integrität.
Der Fokus auf die Zukunft unseres Landkreises
Trotz dieser privaten Aufarbeitung bleibt mein Fokus ungeteilt auf meiner Arbeit für den Landkreis Tirschenreuth. Diese Angelegenheit wird meine Amtsführung nicht beeinträchtigen. Unsere Heimat steht vor entscheidenden Jahren, und ich möchte nicht, dass eine persönliche Geschichte aus der Vergangenheit die politische Weichenstellung der Zukunft überschattet.
Im Mittelpunkt meines Handelns liegen weiterhin auf den bekannten Themen. Gesundheitsversorgung, konkretes Handeln für eine stärkere Wirtschaft und die Effizienz der Verwaltung werden u.a. meine Agenda für unsere Heimat bleiben.
Ich bitte Sie, bei Ihrer Entscheidung die Fakten in den Mittelpunkt zu stellen. Ich stehe für eine sachkundige Politik und eine ehrliche Aufarbeitung.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Hubert Schicker
Zukunft der Kinderbetreuung in der Gemeinde Plößberg
Erläuterung der Hintergründe für die Beschlussfassung des Marktrates
Bei der Entscheidung des Marktrates stand das Wohl der Kinder zu jedem Zeitpunkt an erster Stelle.
Fakten
- Die maßgeblichen Stellen und Fachkräfte der Kinderbetreuung, also die Leitung, der Träger, die Belegschaft haben sich für Beidl ausgesprochen.
- In der durchgeführten gemeindlichen Bürgerbefragung wurden 40 Stellungnahmen pro Beidl und 16 Stellungnahmen pro Plößberg abgegeben – ein eindeutiges Ergebnis, das auch in der Entscheidung des Marktrates berücksichtigt wurde.
- Der Standort in Beidl bietet im Bestand wichtige Vorteile hinsichtlich der großzügigen Gruppenräume, des Turnraumes und des riesigen Außenbereich mit Baumbestand (beim Außenbereich bestehen zudem Erweiterungsmöglichkeiten).
- Bei einem Neubau wäre dieses großzügige und vielgestaltige Platz- und Raumangebot nicht möglich
- In der Kinder-Betreuungseinrichtung Beidl wird es Kindergarten- und Kinderkrippe geben. Es wird damit ermöglicht, dass Geschwisterkinder an einem Standort betreut werden können.
- Die angesetzten Kosten für Sanierung und Anbau wurden durch ein externes, fachlich kompetentes Architekturbüro anhand eines Leistungsverzeichnisses und der aktueller Baukosten kalkuliert.
- Die ebenfalls angesetzten Kosten für eine Verlegung des Schulsportplatzes und einem Abbruch der KiTa Beidl wurden ebenfalls anhand von Leistungsverzeichnissen und aktuellen Baukosten kalkuliert.
- Mögliche Umweltrisiken bei der Sanierung sind in der vorliegenden Kostenschätzung berücksichtigt.
- Die deutlich geringeren Kosten bei der Sanierung des Bestandsgebäudes und einem Anbau in Beidl sind nicht das ausschlaggebende Argument, aber ein zusätzliches und wichtiges Argument. Die Marktgemeinde Plößberg muss auch viele weitere Projekte in den kommenden Jahren verwirklichen. Es gelten nach wie vor die Haushaltsgrundsätze der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit.
- Bei der Sanierung des Gebäudebestandes ergeben sich auch ökologische Vorteile / weniger Ressourcenverbrauch und eine Energieeinsparung durch Weiternutzung des Bestandsgebäudes
- Jedem Mitglied des Marktrates ging am 20.12.2025 ein über 40-seitiges Infoblatt über die möglichen Varianten zur Zukunft der Kinderbetreuung zu. Darin enthalten waren neben den Kosten für alle möglichen Varianten auch Erläuterungen zur aktuellen Situation der Kinderbetreuung, einem Ausblick auf den zukünftigen Betreuungsbedarf und der finanziellen Situation des Marktes Plößberg.
Es liegt in der Verantwortung jedes Markrates/jeder Markträtin diese Information zur Kenntnis zu nehmen. Jedes Mitglied des Marktgemeinderates kann zudem weitere, zusätzliche Informationen anfordern.
- In der Sitzung des Marktrates am 19.01.2026 wurde aufgrund dieses Infoblatts eine einstimmige, öffentliche Beschlussempfehlung für die Sitzung des Marktrates am 23.02.2026 für die Generalsanierung der KiTa Beidl inkl. Anbau von zwei weiteren Gruppen gefasst.
- Schließlich stimmte der Marktrat in seiner Sitzung am 23.02.2026 einstimmig für die Sanierung und einen Anbau am Standdort in Beidl.
