Haushaltsrede der Freien Wähler Plößberg 2026
Chancen und Herausforderungen
der Haushalt ist jedes Jahr eine der wichtigsten Entscheidungen, die wir als Markträte treffen. Er legt fest, welche Projekte wir umsetzen, welche Schwerpunkte wir setzen und wie wir die Zukunft unserer Marktgemeinde gestalten wollen.
Zunächst gilt unser Dank der Kämmerin Frau Meister für die sorgfältige Ausarbeitung des Haushalts und die umfangreichen Vorarbeiten. Ebenso möchten wir uns bei der 1. Bürgermeisterin Tina Zeitler, der Geschäftsführerin Frau Ackermann und dem Finanzausschuss für die Vorarbeit bedanken. Die Erstellung eines Haushalts in dieser Größenordnung ist keine Selbstverständlichkeit.
Die Zahlen unseres Haushaltes haben uns bisher finanzielle Stabilität und Handlungsspielraum gegeben. Darauf konnten wir stets aufbauen. Gleichzeitig dürfen wir uns dadurch aber nicht in falscher Sicherheit wiegen. Die Rücklagen in unserer Gemeinde werden deutlich weniger – und doch stehen viele wichtige Projekte an. In diesem Jahr beschließen wir einen Haushalt von 23 Mio €.
Wir erleben derzeit politisch und wirtschaftlich herausfordernde Zeiten. Viele Entscheidungen, die in Berlin getroffen werden, haben direkte Auswirkungen auf die Kommunen. Die Bundespolitik sorgt derzeit häufig für Diskussionen und spaltet teilweise die Gesellschaft. Gerade der Mittelstand – also unsere Handwerksbetriebe, Unternehmen und Selbstständigen – steht vor immer neuen Herausforderungen. Steigende Kosten, mehr Bürokratie und wirtschaftliche Unsicherheit wirken sich letztlich auch auf die finanzielle Situation unserer Gemeinden aus.
Umso wichtiger ist es, dass wir hier vor Ort verantwortungsvoll handeln. Denn auch wenn wir die Bundespolitik nicht beeinflussen können, können wir entscheiden, wie wir in Plößberg miteinander arbeiten und welche Schwerpunkte wir setzen.
Mit der Kommunalwahl hat sich unser Marktrat verändert. Viele neue und auch jüngere Kolleginnen und Kollegen bringen frische Ideen und neue Blickwinkel mit. Gleichzeitig profitieren wir von der Erfahrung derjenigen, die bereits viele Jahre Verantwortung für unsere Gemeinde übernehmen. Genau diese Mischung kann eine große Stärke sein.
Auch mit unserer neuen Ersten Bürgermeisterin beginnt ein neuer Abschnitt für Plößberg. Der Wahlkampf liegt hinter uns. Jetzt geht es nicht mehr darum, welche Partei oder Gruppierung einen Vorschlag macht. Jetzt geht es darum, gemeinsam die besten Entscheidungen für unsere Marktgemeinde zu treffen.
Wir alle haben im Wahlkampf Ziele und Ideen vorgestellt. Nicht alles wird sich sofort umsetzen lassen, manches wird Zeit brauchen und manches wird an finanziellen Grenzen scheitern. Trotzdem sollten wir gemeinsam daran arbeiten, so viele Vorhaben wie möglich Wirklichkeit werden zu lassen.
Ein Blick auf unsere geplanten Investitionen zeigt, dass in den kommenden Jahren große Aufgaben auf unsere Marktgemeinde zukommen.
Bereits bei unserer gemeinsamen Klausurtagung hat die Verwaltung dem neu gewählten Marktrat einen Überblick über die Projekte der nächsten sechs Jahre gegeben. Dabei wurde deutlich, dass viele Vorhaben bereits vom vorherigen Gremium angestoßen oder vorbereitet sowie abgeschlossen wurden. Darauf können wir nun aufbauen und die nächsten Schritte gemeinsam gestalten.
Eines der wichtigsten Projekte ist die Kanalsanierung im gesamten Gemeindegebiet. Diese wird durch das Förderprogramm RZWAS unterstützt und soll schrittweise bis zum Jahr 2032 umgesetzt werden. Es handelt sich um eine notwendige Investition in unsere Infrastruktur, die zwar kaum sichtbar ist, für eine funktionierende Gemeinde jedoch von enormer Bedeutung ist.
Erfreulich ist, dass das Baugebiet Schloßleite in Wildenau erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Viele Grundstücke wurden bereits verkauft. Gleichzeitig laufen die Planungen für weitere Baugebiete in verschiedenen Ortsteilen, die bis 2029 umgesetzt werden sollen. Damit schaffen wir Wohnraum und bieten insbesondere jungen Familien die Möglichkeit, in unserer Gemeinde zu bleiben oder sich neu in Plößberg anzusiedeln. Dabei dürfen wir aber nicht nur die größeren Ortsteile im Blick haben. Auch unsere kleineren Dörfer und Ortsteile sind ein wichtiger Bestandteil unserer Marktgemeinde und verdienen eine gute Zukunftsperspektive. Deshalb brauchen wir auch dort Ideen, Offenheit für neue Entwicklungen und die passenden Fördermöglichkeiten, damit sich alle Gemeindeteile weiterentwickeln können und nicht ins Hintertreffen geraten.
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist für uns die Kinderbetreuung. Auch wenn die Geburtenzahlen zurückgehen und Förderungen für Familien auf Landesebene reduziert wurden, sehen wir es als unsere Verantwortung, weiterhin in gute Betreuungsangebote zu investieren. Mit der beschlossenen Sanierung des Kindergartens in Beidl schaffen wir die Grundlage, um Familien auch künftig ein verlässliches Betreuungsangebot bieten zu können. Einen Anbau werden wir bei Bedarf umsetzen. Diese Investition ist nicht nur eine finanzielle Herausforderung, sondern vor allem eine Investition in die Zukunft unserer Gemeinde.
Genauso wichtig ist für uns der soziale Bereich. Das Quartiersmanagement sollte zeitnah wieder aufgenommen werden, um bewährte Strukturen und Synergien erneut zu schaffen. Gerade unsere Vereine und die soziale Mitte unserer Gemeinde leisten einen unschätzbaren Beitrag für den Zusammenhalt und verdienen auch künftig unsere Unterstützung.
Ein weiteres zentrales Zukunftsprojekt ist der Neubau unseres Feuerwehrhauses. Als Standort des Katastrophenschutzes im Landkreis müssen wir die notwendigen Voraussetzungen schaffen, um das entsprechende Einsatzfahrzeug und die dazu gehörige Ausrüstung unterbringen zu können. Das ist nicht nur eine Investition in die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger, sondern auch in die Zukunft unserer Feuerwehr.
Im Bereich Plößberg Nord ist zudem der Neubau des gemeindlichen Bauhofs vorgesehen. Durch die räumliche Nähe zum Feuerwehrhaus können wertvolle Synergien entstehen und Arbeitsabläufe langfristig effizienter gestaltet werden.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Nahversorgung in unserer Marktgemeinde. Hier wurden bereits zahlreiche Gespräche mit möglichen Investoren geführt. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir aus verständlichen Gründen noch keine konkreten Informationen bekannt geben. Die Gemeinde und der Marktgemeinderat schaffen jedoch die notwendigen baurechtlichen Voraussetzungen und stellen das entsprechende Grundstück im Bereich Plößberg Nord zur Verfügung. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Nahversorgung langfristig zu sichern und die Ansiedlung eines Supermarktes in Plößberg zu ermöglichen.
Ein besonderes Augenmerk liegt außerdem auf dem Schwarzen Adler im Ortskern, welcher mit 6 MIO € im Haushalt geplant ist, erfreulich ist, dass wir von der Städtebauförderung eine Bezuschussung von 80% zugeteilt bekommen haben. Mit dem bereits erfolgten Abbruch des Nachbargebäudes, dem ehemaligen "Steierer", wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Nun können die nächsten Schritte umgesetzt werden. Gemeinsam mit dem Projekt "Learning Campus" entsteht hier ein zukunftsweisendes Konzept für unsere Gemeinde. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen ein stabiles Umfeld, Betreuung und neue Perspektiven zu bieten. Gleichzeitig werden Räumlichkeiten geschaffen, die auch Vereinen und der Bürgerschaft zur Verfügung stehen und das gesellschaftliche Leben in unserer Gemeinde bereichern.
Auch die Vorbereitungen für den Campingplatz in Plößberg werden weiter vorangetrieben. Die Gemeinde schafft die notwendigen planungs- und baurechtlichen Voraussetzungen, damit die Investoren ihr Projekt umsetzen können. Besonders erfreulich ist, dass die ersten Tiny Häuser bereits auf großes Interesse stoßen und teilweise schon verkauft wurden. Das zeigt, dass dieses Projekt das Potenzial hat, den Tourismus in unserer Region nachhaltig zu stärken. Mit dem Campingplatz allein ist es jedoch nicht getan. Auch die Infrastruktur rund um den Großen Weiher soll weiter verbessert werden. Geplant sind Maßnahmen, die den Naherholungsbereich attraktiver gestalten und insbesondere Familien mit Kindern zugutekommen. Damit investieren wir nicht nur in den Tourismus, sondern steigern gleichzeitig die Lebensqualität für unsere Bürgerinnen und Bürger.
Vor weitere Herausforderungen stellt uns auch der gesetzliche Anspruch auf Ganztagsbetreuung. Hier ist die Gemeinde verpflichtet, die notwendigen Räumlichkeiten zu schaffen und die entsprechenden Voraussetzungen zu erfüllen.
Daneben stehen zahlreiche weitere im Rathaus an Investitionen an. So muss unter anderem der Keller des Rathauses saniert werden. Auch die EDV- und Netzwerktechnik ist mittlerweile in die Jahre gekommen und muss umfassend modernisiert werden, damit die Verwaltung auch künftig leistungsfähig und digital arbeiten kann.
Diese Beispiele zeigen deutlich: Die kommenden Jahre werden von großen Investitionen geprägt sein. Deshalb ist es unsere Aufgabe, Prioritäten richtig zu setzen, Fördermöglichkeiten konsequent zu nutzen und verantwortungsvoll mit den finanziellen Mitteln unserer Gemeinde umzugehen. Nur so können wir unsere Infrastruktur erhalten, Zukunft gestalten und gleichzeitig die finanzielle Handlungsfähigkeit unserer Marktgemeinde sichern.
Neben den zahlreichen Investitionen müssen wir aber auch die Herausforderungen klar benennen: Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland macht auch vor unserer Marktgemeinde nicht Halt. Während wir im Rekordjahr 2022 noch sehr hohe Gewerbesteuereinnahmen verzeichnen konnten, zeigte sich im Haushalt 2025 ein deutlicher Einschnitt. Im Vergleich zu 2022 standen uns rund 12 Millionen Euro weniger an Gewerbesteuereinnahmen zur Verfügung. Ein wesentlicher Grund hierfür war unter anderem die Insolvenz eines großen ortsansässigen Unternehmens. Gerade deshalb möchten wir an dieser Stelle auch Danke sagen. Unsere heimischen Unternehmen leisten Tag für Tag einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stärke unserer Gemeinde. Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden aus und tragen mit ihren Steuerzahlungen maßgeblich dazu bei, dass wir als Kommune investieren und gestalten können. Ohne diese Unternehmen würde unser Haushalt heute deutlich anders aussehen.
Mit den sinkenden Einnahmen müssen wir jedoch umso verantwortungsvoller wirtschaften. Deshalb sehen wir einen weiteren Ausbau des Personalbestandes derzeit kritisch. Unser Ziel ist es, die hervorragend ausgebildeten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus und im Bauhof entsprechend ihrer Qualifikationen und Stärken einzusetzen und vorhandene Strukturen bestmöglich zu nutzen. Wir sehen dabei das Potenzial und die Fähigkeit in unserer Geschäftsführerin, gemeinsam mit den Beschäftigten praktikable Lösungen zu entwickeln, Arbeitsabläufe weiter zu optimieren und die anstehenden Aufgaben mit dem vorhandenen Personal zu bewältigen. Wir sind überzeugt, dass künftig mit effizienten Ideen und einer guten Organisation die Herausforderungen erfolgreich gemeistert werden können. Diesen Weg unterstützen wir ausdrücklich.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Entwicklung unserer Rücklagen. Diese werden in den kommenden Jahren zunehmend aufgebraucht. Gleichzeitig zeigt die Finanzplanung, dass künftig Kreditaufnahmen notwendig werden können, um wichtige Investitionen zu finanzieren. Dadurch werden unsere finanziellen Spielräume deutlich kleiner als in den vergangenen Jahren.
Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Prioritäten sorgfältig setzen, jede Investition kritisch prüfen und Fördermöglichkeiten konsequent ausschöpfen. Wir müssen heute Entscheidungen treffen, die nicht nur den aktuellen Haushalt sichern, sondern auch die Handlungsfähigkeit unserer Gemeinde in den kommenden Jahren erhalten. Nur mit einer soliden und vorausschauenden Finanzpolitik können wir unseren Bürgerinnen und Bürgern auch künftig eine lebenswerte und zukunftsfähige Gemeinde bieten.
Abschließend möchten wir festhalten: Unsere Marktgemeinde steht auf einem soliden Fundament. In der Vergangenheit haben wir bereits viele Herausforderungen erfolgreich gemeistert – und wir sind überzeugt, dass uns dies auch in Zukunft gelingen wird.
Wir leben in einem Land, das von Frieden, Demokratie und Verantwortung geprägt ist. Gerade deshalb ist es unsere Aufgabe, die uns anvertrauten finanziellen Mittel verantwortungsvoll, nachhaltig und mit Weitblick einzusetzen. Nicht jeder Wunsch wird sich sofort erfüllen lassen. Umso wichtiger ist es, Prioritäten zu setzen und Entscheidungen zu treffen, die auch für kommende Generationen tragfähig sind.
Die FREIEN WÄHLER stellen fest, dass der vorgelegte Haushalt mit seinen Anlagen und dem Stellenplan eine solide Grundlage für das kommende Haushaltsjahr bildet. Deshalb werden wir dem Haushalt zustimmen.
Unser Dank gilt der Ersten Bürgermeisterin, der Geschäftsführerin, unserer Kämmerin Frau Meister sowie der gesamten Verwaltung für die Ausarbeitung des Haushalts und die gute Zusammenarbeit. Ebenso bedanken wir uns bei allen Kolleginnen und Kollegen im Marktgemeinderat für die sachlichen, konstruktiven und oftmals auch kontroversen Diskussionen. Unterschiedliche Meinungen gehören zur Demokratie – entscheidend ist, dass wir am Ende gemeinsam Verantwortung für unsere Gemeinde übernehmen.
Ein besonderer Dank gilt außerdem unseren Unternehmerinnen und Unternehmern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bauhofs, unseren Feuerwehren, allen Vereinen, den zahlreichen Ehrenamtlichen, den Beauftragten und allen engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Sie alle tragen mit ihrem Einsatz dazu bei, dass unsere Marktgemeinde lebendig, attraktiv und lebenswert bleibt. Lassen Sie uns diesen Weg weiterhin gemeinsam gehen – mit Vernunft, gegenseitigem Respekt und dem gemeinsamen Ziel, unsere Marktgemeinde Plößberg auch für kommende Generationen erfolgreich weiterzuentwickeln. Vielen Dank.
Persönliche Stellungnahme zur aktuellen Berichterstattung bezüglich der Evoparts GmbH
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Tirschenreuth, liebe Freien Wähler,
bezugnehmend auf den Bericht im „Neuen Tag“ vom 14. März 2026 ist es mir ein wichtiges Anliegen, mich direkt an Sie zu wenden. Transparenz und Aufrichtigkeit sind die Grundpfeiler meiner Persönlichkeit und meiner politischen Arbeit – das gilt erst recht, wenn es um private berufliche Herausforderungen und die damit verbundene Berichterstattung geht.
Hintergründe und Fakten zur Insolvenz der Evoparts GmbH
Die Evoparts GmbH war ein kleines Unternehmen ohne angestellte Mitarbeiter. Die wirtschaftliche Schieflage resultierte primär aus massiven, unvorhersehbaren Zahlungsausfällen eines Großkunden in der schwierigen Post-Corona-Zeit. Mir war es ein persönliches und moralisches Anliegen, jeglichen Schaden von weiteren Unternehmen oder Privatpersonen abzuwenden. Konsequent habe ich daher die operative Geschäftstätigkeit eingestellt, sobald sich finanzielle Engpässe abzeichneten.
Zu den zeitlichen Abläufen der Insolvenz möchte ich die Fakten präzisieren:
Im Oktober 2025 wurde seitens des Finanzamtes ein Fremdantrag auf Insolvenz gestellt.
Im Dezember 2025 habe ich diesen Prozess durch einen Eigenantrag ergänzt und damit meine volle Kooperationsbereitschaft zur geordneten Abwicklung des Unternehmens unterstrichen.
Transparenz zum zeitlichen Ablauf und rechtliche Einordnung
Es ist ein bemerkenswerter Umstand, dass diese Informationen nun exakt am Tag nach der Kommunalwahl – mitten im Zeitraum vor der entscheidenden Stichwahl – an die Öffentlichkeit gelangen. Ich betone ausdrücklich: Von meiner Seite gab es keinerlei Bestreben, dieses Thema taktisch zu verschieben. Sollte dieser Eindruck entstanden sein, tut es mir leid! Die Anmeldung der entsprechenden Sachverhalte erfolgte bereits im Herbst 2025. Auf die behördlichen Bearbeitungszeiten und den Veröffentlichungszeitpunkt habe ich keinen Einfluss.
Bezüglich der im Raum stehenden Prüfung einer Insolvenzverschleppung halte ich fest:
1. Es ist ein rechtsstaatlich üblicher Vorgang, dass die Justiz bei Firmeninsolvenzen mögliche Versäumnisse prüft. Die Anklage ist vom Amtsgericht Regensburg jedoch noch nicht zugelassen. Bis zu einer rechtskräftigen Klärung gilt uneingeschränkt die Unschuldsvermutung.
2. Ich möchte in diesem Zusammenhang ausdrücklich betonen: Es bestehen keinerlei rechtliche Einschränkungen hinsichtlich meiner Wählbarkeit zum Landrat. Der laufende Klärungsprozess hat keinen Einfluss auf meine Kandidatur oder die Rechtmäßigkeit meiner Wahl.
Bekenntnis zu Rechtsstaat und Verantwortung
Mein tiefer Glaube an unseren Rechtsstaat und die damit verbundene freiheitlich-demokratische Grundordnung ist das Fundament meines Handelns. Ich erachte eine unabhängige Justiz als das höchste Gut unserer Gesellschaft. Daher ist es für mich als Bürger dieses Landkreises selbstverständlich, die volle Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen und etwaige Konsequenzen, die sich aus dem Verfahren ergeben könnten, zu tragen. Die lückenlose Aufarbeitung ist für mich nicht nur eine rechtliche Pflicht, sondern ein Gebot meiner persönlichen Integrität.
Der Fokus auf die Zukunft unseres Landkreises
Trotz dieser privaten Aufarbeitung bleibt mein Fokus ungeteilt auf meiner Arbeit für den Landkreis Tirschenreuth. Diese Angelegenheit wird meine Amtsführung nicht beeinträchtigen. Unsere Heimat steht vor entscheidenden Jahren, und ich möchte nicht, dass eine persönliche Geschichte aus der Vergangenheit die politische Weichenstellung der Zukunft überschattet.
Im Mittelpunkt meines Handelns liegen weiterhin auf den bekannten Themen. Gesundheitsversorgung, konkretes Handeln für eine stärkere Wirtschaft und die Effizienz der Verwaltung werden u.a. meine Agenda für unsere Heimat bleiben.
Ich bitte Sie, bei Ihrer Entscheidung die Fakten in den Mittelpunkt zu stellen. Ich stehe für eine sachkundige Politik und eine ehrliche Aufarbeitung.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Hubert Schicker
Zukunft der Kinderbetreuung in der Gemeinde Plößberg
Erläuterung der Hintergründe für die Beschlussfassung des Marktrates
Bei der Entscheidung des Marktrates stand das Wohl der Kinder zu jedem Zeitpunkt an erster Stelle.
Fakten
- Die maßgeblichen Stellen und Fachkräfte der Kinderbetreuung, also die Leitung, der Träger, die Belegschaft haben sich für Beidl ausgesprochen.
- In der durchgeführten gemeindlichen Bürgerbefragung wurden 40 Stellungnahmen pro Beidl und 16 Stellungnahmen pro Plößberg abgegeben – ein eindeutiges Ergebnis, das auch in der Entscheidung des Marktrates berücksichtigt wurde.
- Der Standort in Beidl bietet im Bestand wichtige Vorteile hinsichtlich der großzügigen Gruppenräume, des Turnraumes und des riesigen Außenbereich mit Baumbestand (beim Außenbereich bestehen zudem Erweiterungsmöglichkeiten).
- Bei einem Neubau wäre dieses großzügige und vielgestaltige Platz- und Raumangebot nicht möglich
- In der Kinder-Betreuungseinrichtung Beidl wird es Kindergarten- und Kinderkrippe geben. Es wird damit ermöglicht, dass Geschwisterkinder an einem Standort betreut werden können.
- Die angesetzten Kosten für Sanierung und Anbau wurden durch ein externes, fachlich kompetentes Architekturbüro anhand eines Leistungsverzeichnisses und der aktueller Baukosten kalkuliert.
- Die ebenfalls angesetzten Kosten für eine Verlegung des Schulsportplatzes und einem Abbruch der KiTa Beidl wurden ebenfalls anhand von Leistungsverzeichnissen und aktuellen Baukosten kalkuliert.
- Mögliche Umweltrisiken bei der Sanierung sind in der vorliegenden Kostenschätzung berücksichtigt.
- Die deutlich geringeren Kosten bei der Sanierung des Bestandsgebäudes und einem Anbau in Beidl sind nicht das ausschlaggebende Argument, aber ein zusätzliches und wichtiges Argument. Die Marktgemeinde Plößberg muss auch viele weitere Projekte in den kommenden Jahren verwirklichen. Es gelten nach wie vor die Haushaltsgrundsätze der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit.
- Bei der Sanierung des Gebäudebestandes ergeben sich auch ökologische Vorteile / weniger Ressourcenverbrauch und eine Energieeinsparung durch Weiternutzung des Bestandsgebäudes
- Jedem Mitglied des Marktrates ging am 20.12.2025 ein über 40-seitiges Infoblatt über die möglichen Varianten zur Zukunft der Kinderbetreuung zu. Darin enthalten waren neben den Kosten für alle möglichen Varianten auch Erläuterungen zur aktuellen Situation der Kinderbetreuung, einem Ausblick auf den zukünftigen Betreuungsbedarf und der finanziellen Situation des Marktes Plößberg.
Es liegt in der Verantwortung jedes Markrates/jeder Markträtin diese Information zur Kenntnis zu nehmen. Jedes Mitglied des Marktgemeinderates kann zudem weitere, zusätzliche Informationen anfordern.
- In der Sitzung des Marktrates am 19.01.2026 wurde aufgrund dieses Infoblatts eine einstimmige, öffentliche Beschlussempfehlung für die Sitzung des Marktrates am 23.02.2026 für die Generalsanierung der KiTa Beidl inkl. Anbau von zwei weiteren Gruppen gefasst.
- Schließlich stimmte der Marktrat in seiner Sitzung am 23.02.2026 einstimmig für die Sanierung und einen Anbau am Standdort in Beidl.
